potentiell Ceske Budejovice - Plzen über Absdorf-Hippersdorf - Sigmundsherberg (Franz-Josefs-Bahn)
Theoretisch gäbe das (5 * 4)/2 = 10 bis (7*6)/2 = 21 mögliche Relationen für durchgehende Fernzüge. Tatsächlich halten sich die sinnvollen Möglichkeiten in Grenzen, bei vielen Relationen sind Tangentialverbindungen von den nächsten größeren Städten schon sinnvoller, z.b. Linz-Graz über Selzthal oder Breclav-Bratislava auf der direkten Hauptstrecke über Malacky. Wirklich wichtig wären nur folgende fünf:
- Westbahn - Ostbahn (Ungarn)
- Westbahn - Bratislava
- Nordbahn - Südbahn
- Bratislava - Südbahn
- Nordbahn (Nordmähren & Polen) - Westbahn
Die Nordbahn wäre klarerweise von der Floridsdorfer Seite her anzufahren, die Südbahn von Wien Meidling, die Westbahn über den Lainzer Tunnel ebenso vom südlichen Ende des Durchmessers. In Richtung Osten gibt es jedoch zwei Möglichkeiten: Entweder über die Verbindungsbahn von Meidling nach Kledering und weiter über Bruck an der Leitha nach Bratislava oder Budapest; oder aber über Gänserndorf-Marchegg nach Bratislava und von dort über Sturovo weiter nach Budapest. Nach Bratislava wäre es über Gänserndorf-Marchegg etwas schneller, als über Bruck an der Leitha, weil so schneller der Hauptbahnhof von Bratislava erreicht werden kann. Nach Budapest ist es über Györ näher, der Unterschied ist aber mit einer halben Stunde nicht umwerfend. Solange die Nachfrage auf der Relation Wien-Budapest alleine nicht für einen Stundentakt ausreicht, wäre es günstiger, über Bratislava zu fahren, um Nachfrage zu bündeln, hier geht meines Erachtens Intervall vor Reisezeit. Sollte, etwa zu bestimmten Tageszeiten, genug Nachfrage vorhanden sein, können ja Züge, die in Wien enden weiterhin über Bruck an der Leitha geführt werden, nur wienquerende Züge sollten auf jeden Fall über Gänserndorf-Marchegg-Bratislava geführt werden.
Bahnhöfe an der Durchmesserstrecke
Die Querung Wiens würde bei Vorhandensein des Fernzugsdurchmessers etwa 20 Minuten zusätzlich zur reinen Fahrzeit dauern, das sind fünf Minuten an jedem der folgenden Bahnhöfe:
- Wien Meidling (Umsteigemöglichkeiten: U6, östliche Schnellbahnachse)
- Wien Mitte (Umsteigemöglicheiten: U3, U4; außerdem mit Abstand zentrumsnächster Bahnhof Wiens )
- Wien Nord (Umsteigemöglichkeiten: U1, U2)
- Floridsdorf (Umsteigemöglichkeiten: U6)
Natürlich wäre es denkbar, diese Stationen mit neuen, aussagekräftigeren oder besser merkbaren Namen zu versehen.
Südtirolerplatz wäre zwar auch eine Kreuzung mit einer U-Bahnlinie, wäre allerdings baulich am kompliziertesten auszubauen und überhaupt wären fünf Halte und insgesamt fast eine halbe Stunde für die Wienquerung schon eher zuviel. Die U1-Stationen im Stadtzentrum können ohnehin sehr gut von Wien Mitte und Wien Nord erreicht werden, der 10.Bezirk mit Oberflächenverkehrsmitteln von Wien Meidling aus.
Kapazitätsüberlegungen
Die Schnellbahnstammstrecke ist zweigleisig, und das kann mit vertretbarem Aufwand auch nicht geändert werden. Auf West- und Südbahn verkehren derzeit je nach Tageszeit ein bis zwei Fernzüge stündlich, auf der Nordbahn und der Ostbahn sowie Richtung Bratislava erheblich weniger, wenngleich sich das bald ändern soll. In mittlerer Zukunft könnte man mit gleichbleibendem Verkehr auf West- und Südbahn rechnen, auf der Nordbahn und kombiniert in Richtung Bratislava-Budapest sollte zumindest ein Stundentakt erreicht werden. Nachdem alle Züge, auch wenn sie in Wien enden, die ganze Stadtquerung abfahren sollten, wären das im Maximalfall sechs Züge stündlich, je zwei von West- und Südbahn, je einer von Nordbahn und Budapest-Bratislava. Unter der Annahme, daß zumindest zu den stärksten Stunden zumindest je zwei der sechs Züge miteinander verknüpft werden, und Wien durchqueren, kommt man auf maximal fünf Züge pro Stunde und Richtung, im Schnitt eher auf vier.
weitere Umleitungen
Nachdem die Schnellbahnstammstrecke mit vier bis fünf Fernzügen keineswegs ausgelastet sein wird (zum Vergleich: auf der Südbahn zwischen Wien Meidling und Liesing fahren zu manchen Stunden bis zu 11 Reisezüge, teilweise mit und teilweise ohne Zwischenhalte), kann in einem auch gleich ein anderer lang gehegter Wunsch erfüllt werden: wienquerende Eilzüge könnten ebenso den Schnellzugsdurchmesser nutzen, das wären im Schnitt in etwa drei stündlich: Richtung Norden nach Retz, Mistelbach oder Laa an der Thaya sowie Bernhardsthal; Richtung Süden einer stündlich nach Ebenfurth-Sopron, zwei stündlich Richtung Mödling-Wiener Neustadt. Im Falle von halbstündlichen Zügen zu den Stoßzeiten könnte man sich damit begnügen, diese von Floridsdorf oder Wien Meidling oder überhaupt von anderen Strecken abfahren zu lassen. Alles in allem sollte man also mit etwa 8 Zügen, in Ausnahmefällen vielleicht 10 in einer Stunde durchkommen, was die Kapazitätsgrenze nicht überschreiten sollte.
Um die Bedingung zu erfüllen, daß alle Wien tangierenden Schnellbahn- und Eilzüge eine der Schnellzugsstationen tangieren, müssen noch einige Züge anders geführt werden. Bereits durch die Umordnung des Schnellbahnverkehrs werden folgende Züge den Schnellzugsdurchmesser erreichen:
- S1 (Richtung Gänserndorf)
- S2 (Richtung Mistelbach)
- S3 (Richtung Hollabrunn)
- S1/S2/S3 Richtung Wiener Neustadt
- S80 (Richtung Hausfeldstraße)
- S60 (Richtung Bruck a.d.Leitha/Neusiedl am See/Nickelsdorf/Kittsee)
- S50 (Richtung Neulengbach)
Eilzüge von Westbahn, Ostbahn (Richtung Bruck/Leitha und Marchegg) sowie Ebenfurth-Sopron werden ebenso über die Verbindungsbahn und Wien Meidling geführt und nach Möglichkeit analog zu den Schnellbahnzügen miteinander verknüpft. Was noch fehlt, sind die Züge aus Richtung Krems/Gmünd-Tulln sowie aus Richtung Wolfsthal-Flughafen. Beide könnten in Wien Nord enden: Die Pressburgerbahn ab Klein Schwechat über die wieder zu errichtende Donaukanalbrücke und die Donaukaibahn, ebenso die Züge aus Tulln, welche bei Nußdorf auf die Donaukaibahn abgelenkt werden können. Auch die Vorortelinie S45 könnte so bis Wien Nord verlängert werden.
Die eigenen Flughafenzüge können, falls die Kapazitäten auf der Durchmesserstrecke ausreichen, wie geplant über Rennweg nach Wien Mitte geführt werden.
erforderliche Investitionen...
Im Gegensatz zu einem Zentralbahnhof müßte für einen Fernzugdurchmesser kein neuer Bahnhof aus dem Boden gestampft werden, sehr wohl aber bräuchte es jeder Menge Flicken im bestehenden Netz.
- Essentiell notwendige Maßnahmen zur Verlagerung des Zugverkehrs
- Einmündung von der Schnellbahn in die U6 in Floridsdorf
- Kreuzungshaltestelle Süßenbrunn
- zweite Schleife von der Donaukaibahn zum Bahnhof Wien Nord, bessere Einbindung derselben am Bahnhofsgelände
- ausreichend dimensionierte und ausreichend schnell trassierte oberirdische Schleife Ostbahn-Südbahn im Bereich des derzeitigen Südbahnhofs.
- Ausbau der beteiligten Bahnhöfe
- Floridsdorf: Bahnsteigverlängerung, evtl. weitere Bahnsteige
- Wien Nord: Generalsanierung und Ausbau (im Rahmen der Bahnhofsoffensive ohnehin vorgesehen)
- Wien Mitte: Bahnsteigverlängerungen, Erhöhung der Kapazität der Passagen, evtl. weitere Bahnsteige
- Wien Meidling: wird ohnehin gerade ausgebaut und ist als Fernzughalt bereits ausreichend dimensioniert.
- notwendige betriebliche Einrichtungen
- Abstellgleise, Vorheizeinrichtungen und sonstige Einrichtungen zum Zusammenstellen von Fernzügen im Bereich Floridsdorf, etwa durch Verlagerung der Hauptwerkstätte, in Jedlersdorf oder am Gelände der ehemaligen Kabelwerke bei der Haltestelle Siemensstraße
- Am Meidlingsseitigen Ende wären die vorhandenen Zugbildeeinrichtungen des Südbahnhofs und evtl. das Gelände des Verschiebebahnhofs Matzleinsdorf zu nutzen.
Generell lassen sich Zugbildevorgänge einsparen, wenn man längere Zugläufe führt und mehr Züge durch Wien hindurch führt!
- Kapazitätserhöhungen
Sowohl durch vermehrten oder verlagerten Personenverkehr, als auch durch aus dem Weg geräumten Güterverkehr könnten einige Erhöhungen der Leistungsfähigkeit von Strecken notwendig werden, beispielsweise:
- Lainzer Tunnel (bereits in Bau)
- Wiederaufbau der Brücke am unteren Ende des Donaukanals
- zweigleisiger Ausbau Klein Schwechat - Wien Donaukaibahnhof
- Elektrifizierung und evtl. zweigleisiger Ausbau Gänserndorf-Marchegg-Bratislava
- detto Erzherzog-Karl-Straße-Marchegg
- drei- oder viergleisiger Ausbau zwischen Erzherzog-Karl-Straße oder Praterkai und Simmering
- selektiver drei- oder viergleisiger Ausbau der Nordbahn zwischen Wien und Gänserndorf
- Schleifen in Tulln und Absdorf-Hippersdorf zur direkten Führung von Güterzügen von der Nord- auf die Westbahn
- Anpassungsmaßnahmen im innerstädtischen Verkehr
- Verlängerung der U4 von Heiligenstadt nach Nußdorf (evtl. Nutzung der derzeitigen öBB-Trasse)
- evtl. Verlängerung der U1 von Leopoldau nach Süßenbrunn
- Haltestellen an der Donaukaibahn, insbesondere zum Umsteigen zu U1 und U2
- weitere Haltestellen an der Verbindungsbahn zwischen West- und Südbahn
- diverse Linienänderungen im Oberflächenverkehr zum Ausgleich des Verlusts der Schnellbahnstammstrecke (z.b. durchgehende Straßenbahnlinie aus 62, 18, O, 5, N und 31 parallel zur Durchmesserstrecke, Schnellbuslinie Wien Nord - Brigittenauer Brücke - Floridsdorf)
...und zu versilbernde Immobilien
Im Gegenzug zu den notwendigen Investitionen wird einiges an Grundstücken und Gebäuden frei, die einer anderen Nutzung zugeführt werden könnten, um einen Teil der Investitionskosten wieder hereinzubekommen:
- der gesamte Westbahnhof inklusive Abstellgleisen etc. bis zu Teilen des Bahnhofs Penzing
- der gesamte Franz-Josefs-Bahnhof, Teile von Spittelau und Heiligenstadt
- große Teile des Südbahnhofs
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